Der erste Wachturm des Deutschritterordens wurde 1312 im Moor am Mauersee errichtet und 1335 wurde dort das erste Dorf Angerburg gegründet, das dreißig Jahren später Litauer zerstörten. Die neue Burg wurde 1398 an einer neuen Stelle, und zwar auf einer Insel der Węgorapa (Angerapp) erbaut. Rund um die Burg entstanden Dörfer, deren Einwohner verschiedene Dienste für die Burg leisteten: Wola und Nowa Wieś. Das letztere bildete den Ursprung für eine Stadt, die 1571 die Stadtrechte bekam. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war sie eine der größten masurischen Städte. In der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts erfuhr sie einen bemerkenswerten Aufschwung: Wasserleitungen wurden verlegt, die Straßen gepflastert und beleuchtet, man durfte auch keine Tiere mehr in der Stadt züchten. Diese Entwicklung wurde aber unterbrochen; der wichtigste Grund dafür war die verspätete Verbindung der Stadt mit dem ostpreußischen Eisenbahnnetz. 1939 zählte die Stadt 9.846 Einwohner.

1945 wurde das Zentrum der Stadt nach der Besetzung von der Roten Armee durch Brandstiftungen und Diebstähle zerstört. Wegen der Kriegshandlungen blieb die Stadt ohne technische Infrastruktur: es wurden u.a. alle Eisenbahnstrecken demontiert. Nowa Wieś wurde an der Wende der Sechziger und Siebziger wieder aufgebaut, wobei auf den architektonischen Stil nicht geachtet wurde. Jetzt ist die Stadt ein Freizeitzentrum. 

 

Übersetzung: Magdalena Broda

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