Zionistische Organisation in Polen

hebr. Ha-histadrut Ha-tzionit Be-Polanija

Eine Partei, die 1916 entstand  und der Zionistischen Weltorganisation (WZO) angehörte. Ihr Ziel war es, einen vertraglich abgesicherten jüdischen Nationalstaat in Palästina zu errichten. In Polen forderte sie eine nationale und kulturelle Autonomie und verteidigte die nationalen Rechte und wirtschaftlichen Interessen der jüdischen Bevölkerung. Sie verstärkte das Nationalbewusstsein der Juden, indem sie propagandistisch tätig war, sammelte Gelder für die Kolonisation Israels und organisierte die Auswanderung von Juden nach Palästina. Ihre Aktivisten wurden oft als die „Allgemeinen Zionisten“ bezeichnet. Die Partei hatte drei Zentralstellen (für das ehemalige russische Teilungsgebiet, für West-Galizien und Schlesien und für Ost-Galizien). Sie war in drei Fraktionen unterteilt, die sich im Sozialprogramm und in den Ansichten über die Methoden zur Verwirklichung der Ziele des Zionismus unterschieden: in „Et Liwnot“ [dt. Zeit, zu bauen], die gemäßigste und zu Beginn einflussreichste Fraktion; in „Al Ha-Mischmar“ [dt. Auf der Wache], mit einem linken Sozialprogramm; und in die Zionisten-Revisionisten (Nowa Organizacja Syjonistyczna [dt. Neue Zionistische Organisation]), eine rechte, radikale, und militaristische Gruppe. In den 30er Jahren stieg mit der Radikalisierung der jüdischen Gemeinschaft auch die Popularität der beiden letztgenannten Fraktionen. Die meisten Anhänger hatte die Organisation auf den Gebieten des ehemaligen Kongresspolens und in Galizien unter der Bourgeoisie, dem Bildungs- und dem Kleinbürgertum. Die wichtigsten Aktivisten der Partei waren: I. Grünbaum, M. A. Hartglass, L. Reich, H. Rosmarin, E. Sommerstein, und A. O. Thon. Ein großer Teil der zionistischen Presse in Polen stand unter ihrem Einfluss, u. a. die Zeitungen „Hajnt“, „Hechaluz“ und „Nasz Przegląd“ [dt. „Unsere Rundschau“] in Warszawa [Warschau]; „Togblat“ und „Chwila“ [dt. „Der Moment“] in Lwów [Lemberg] und „Nowy Dziennik“ [dt. „Neue Tageszeitung“] in Kraków [Krakau].

Gabriela Zalewska

Der Text stammt vom Portal Diapozytyw, früher Eigentum des Adam-Mickiewicz-Instituts.

Die Übersetzung dieses Textes wurde ermöglicht dank der freundlichen Unterstützung der:

Konrad Adenauer Stiftung Polska

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