Kultur-Liga

[jidd. „Kultur-Lige”]

Eine hauptsächlich jiddisch geprägte Kultur- und Bildungsorganisation, die 1917 in Kiew gegründet wurde. Ihre bekanntesten Mitglieder waren u.a. Perec Markisz, Dawid Hofstein, Lejb Kwitko und Izrael Jehoszua Singer. Sie arbeitete mit der Partei „Bund“ und den jüdischen Gewerkschaften zusammen. In Polen entstand die Kultur-Liga im Jahre 1922 unter Aktivisten der CISZO (Zentrale Jüdische Schulorganisation). Ihr Ziel war es jüdische Kultureinrichtungen zu gründen: Theater, Konzertsäle, Bibliotheken, Verlage und Abendschulen wurden von ihr ins Leben gerufen. Große Erfolge hatte sie insbesondere bei der Organisation von Bildungsangeboten für Arbeiter; in ganz Polen entstanden Volksuniversitäten, fanden Vorträge und Schulungen statt und wurden Bibliotheken gegründet. Die Kultur-Liga war auch eines der wichtigsten Zentren für jiddischsprachige Literatur. Sie veröffentlichte außerdem Rezensionen wie die Zweimonatsschrift „Bicher-Wełt” [jidd. Welt der Bücher] und die Wochenzeitschrift „Buch un Lejzer” [jidd.Buch und Leser]. Berühmte Mitglieder der Kultur-Liga in Polen waren: Mosze Zilberfarb, Nachman Majzel und Chaim Salomon Każdan. Die Tätigkeit der Liga endete mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1939.

Der Eintrag entstand im Rahmen des Projekts Zapisywanie świata żydowskiego w Polsce [Aufzeichnung der jüdischen Welt in Polen]. Autorin des Projektes ist Anka Grupińska, bekannte polnische Journalistin und Schriftstellerin, die sich in der Neuesten Geschichte der Polnischen Juden spezialisiert. Dieses Projekt, das 2006 vom Museum für die Geschichte der Polnischen Juden initiiert wurde, beruht auf der Aufzeichnung von Gesprächen mit polnischen Juden aller Generationen.

Die Übersetzung dieses Textes wurde ermöglicht dank der freundlichen Unterstützung der:

Konrad Adenauer Stiftung Polska

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