Komunistyczna Partia Polski

(Bis 1925 Kommunistische Arbeiterpartei Polens): eine kommunistische Partei, die im Dezember 1918 in Warszawa [Warschau] gegründet wurde und die aus dem Zusammenschluss der Sozialdemokratie des Königreichs Polen und Litauen (SDKPiL) und der Polnischen Sozialistischen Partei – die Linke (PPS-Lewica) entstand. Sie gehörte zur Kommunistischen Internationale und untstand deren Direktive. Das ideologische Ziel der KPP war eine Weltrevolution, die das kapitalistische System stürzen und der Beginn der Herrschaft des Proletariats sein sollte. Die tägliche Arbeit der Partei umfasste den Kampf um die sozialen Rechte der Arbeiter, die Organisation von Streiks und Arbeiterdemonstrationen sowie die Gleichberechtigung von nationalen Minderheiten. Die KPP erkannte die Existenz des polnischen Staates nicht an und errichtete 1922 auf den von Bolschewisten besetzten Gebieten eine von ihnen abhängige Regierung. In Polen war sie illegal tätig. Ihr unterstanden die Kommunistische Partei der Westukraine und die Kommunistische Partei Weißrusslands. Darüber hinaus überwachte die KPP die Tätigkeit des Kommunistischen Bundes der polnischen Juden, der Pioniere und der polnischen Sektion der Revolutionären Roten Hilfe (MOPR). Sie veröffentlichte folgende Zeitschriften: „Czerwony Sztandar” [dt. Rotes Banner], „Nowy Przegląd” [dt. Neue Rundschau], „Sztandar Socjalizmu” [dt. Banner des Sozialismus] und hatte zahlreiche Propagandaverlage in verschiedenen Sprachen: im Polnischen, Jiddischen, Ukrainischen, und Weißrussischen. Bekannte Mitglieder der KPP waren Maksymilian Horwitz, Maria Koszutska und Adolf Warski-Warszawski. 1928 übernahm Julian Leński-Leszczyński die Parteiführung. Im Sommer 1937 erfassten die stalinistischen Säuberungen auch die Aktivisten der KPP. Sie wurden einzeln nach Moskau beordert und dort unter dem Verdacht der Zusammenarbeit mit dem polnischen Geheimdienst gefangen genommen. 12 Mitglieder der Führung und einige Hundert Aktivisten wurden ermordet. Im August 1938 löste die Komintern die KPP offiziell auf.

Der Eintrag entstand im Rahmen des Projekts Zapisywanie świata żydowskiego w Polsce [Aufzeichnung der jüdischen Welt in Polen]. Autorin des Projektes ist Anka Grupińska, bekannte polnische Journalistin und Schriftstellerin, die sich in der Neuesten Geschichte der Polnischen Juden spezialisiert. Dieses Projekt, das 2006 vom Museum für die Geschichte der Polnischen Juden initiiert wurde, beruht auf der Aufzeichnung von Gesprächen mit polnischen Juden aller Generationen.

Die Übersetzung dieses Textes wurde ermöglicht dank der freundlichen Unterstützung der:

Konrad Adenauer Stiftung Polska

Print
In order to properly print this page, please use dedicated print button.