Hasag

Hasag (Metallwarenfabrik Hugo Schneider Aktiengesellschaft): ein Metallartikel, darunter Munition, herstellender deutscher Industriekonzern. Er entstand im Jahre 1863 in Leipzig. Seine großer Aufschwung begann 1932, als Paul Budin, NSDAP- und SS-Mitglied, zum Chef der Firma wurde. Der Konzern begann damals Munition für die deutsche Armee zu produzieren. Ab 1934 stand er unter dem besonderen Schutz der Partei und des Staates. In der Kriegszeit beschäftigten die Hasag-Fabriken in Deutschland polnische Zwangsarbeiter sowie Häftlinge aus Konzentrationslagern. Im besetzten Polen entstanden sechs Zwangsarbeitslager für Juden, die bei der Hasag arbeiteten. Das erste von ihnen, anfangs für Polen bestimmt, entstand in Skarżysko-Kamienna und beschäftigte mehr als 10.000 Arbeiter. Im September 1942 wurden die polnischen Arbeiter durch jüdische ersetzt. In jener Zeit entstanden das Hasag-Lager in Kielce (die Fabrik ,,Granat” [Granate]) und das erste Lager in Częstochowa [Tschenstochau]. In der Fabrik ,,Pelcery” wurde Juden aus den umliegenden Ghettos beschäftigt. Die drei nächsten Lager in Częstochowa waren: ,,Warta”, ,,Raków” und ,,Częstochowianka”. Sie entstanden im Juni 1943. Alle Hasag-Lager zusammen beschäftigten insgesamt 15.000 Häftlinge. Im August 1944 wurden die Häftlinge des Lagers in Kielce nach Auschwitz und Buchenwald deportiert. Die Fabrik in Skarżysko-Kamienna verlegte man nach Częstochowa. Die Fabriken in Częstochowa evakuierte man im Januar 1945 nach Deutschland. 11.000 dort arbeitende Juden überlebten den Krieg.

Der Eintrag entstand im Rahmen des Projekts Zapisywanie świata żydowskiego w Polsce [Aufzeichnung der jüdischen Welt in Polen]. Autorin des Projektes ist Anka Grupińska, bekannte polnische Journalistin und Schriftstellerin, die sich in der Neuesten Geschichte der Polnischen Juden spezialisiert. Dieses Projekt, das 2006 vom Museum für die Geschichte der Polnischen Juden initiiert wurde, beruht auf der Aufzeichnung von Gesprächen mit polnischen Juden aller Generationen.

Die Übersetzung dieses Textes wurde ermöglicht dank der freundlichen Unterstützung der:

Konrad Adenauer Stiftung Polska

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